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Neues aus der Welt des E-Sports

Das sagt die Community

In den vergangenen Tagen verursachte ein neues CS:GO-Turnier einen Aufschrei unter den Teams. Ein Best-of-One Turnier mit dem fantastischen Preisgeld von € 10.000. Zusätzlich agiert der Zufallsgenerator als Entscheidungsträger, welche Map gespielt wird. Was die Community sich zu dem einzigartigen Event denkt, haben wir in dieser News zusammengefasst.

Gemischte Gefühle

Das Preisgeld von € 10.000 ist in Österreich ohne Zweifel, eine Summe, die man schon länger nicht mehr bei einem heimischen Counter-Strike Turnier erlebt hat. Der Modus ist noch einzigartiger, denn so einen Modus gab es noch nie. Hier setzt auch gleichzeitig der größte Kritikpunkt an, den auch David „fr3ak“ Haas klar zu Protokoll gibt.

Der Turniermodus ist für Teams und Organisationen nicht attraktiv. Man müsste als Organisation sämtliche Kosten für Anreise und Unterbringung bezahlen, nur um dann eventuell nach einer einzigen Map, die durch das Random-Format nicht einmal im Mappool des Teams sein könnte, rauszufliegen. Somit hat man eine große Summe an Geld investiert, um dann in einem BO1, in dem Upsets häufig passieren, direkt wieder nach Hause zu fliegen. Also Anfangs habe ich mich auf das Event richtig gefreut, eine LAN mit deutschen Teams in Österreich wäre mal richtig geil, aber der Modus ist leider echt trash.

David „fr3ak“ Haas

Auch der ehemalige No Limit Gaming und Private eSports Akteur Akash „^shipta“ Wedech, zeigt sich mehr als überrascht von dem System, doch spricht gleichzeitig den Geldbetrag als große Chance an.

Mit einem sehr komischen und für die Szene einzigartigen Turnierformat will sich der Turnierveranstalter willla in der AT Szene etablieren und sich als dominanter Turnierveranstalter festigen, nachdem sie schon beim ersten ESF, für österreichische Verhältnisse, tief in den Geldbeutel gegriffen haben. Hier stellt man sich die Frage, ob man dieses Geld nicht anders investieren könnte. Publicity wird willla mit diesem extravaganten Turnierformat auf jeden Fall bekommen, aber wirklich erfreut werden die Spieler darüber nicht sein. Man kann in CS:GO nicht einfach ein BO1 Turnier machen, ohne große Upsets zu haben. Was, wenn der Random Generator sich öfters Vertigo aussucht und die Teams einfach keine Ahnung haben, was sie auf dieser Map zu tun haben? Eine gute Viewerexpierence ist da nicht vorprogrammiert. Allein mit so einem hohen Preisgeld hätten sie genug Media Attention bekommen, dazu benötigt man nicht auch ein einzigartiges, aber schlechtes Turnierformat, welches allen Teams nicht gefallen wird. Hoffentlich ist der RNGesus auf unserer Seite und wir von Please Madame Esports werden nicht nur angenommen, sondern bekommen auch bis zum Finale nur unsere Homemaps Overpass und Nuke.

Akash „^shipta“ Wedech

Orgapflicht

Es ist eine Gretchenfrage, müssen Teams in einem Wettbewerb einer Organisation angehören oder nicht? „The Clutch“ hat für ihr Turnier entschieden, dass jedes Team eine Organisation bzw. einen E-Sport Verein hinter sich zu vereinen hat. Das findet bei dem poetischen Statement von Maximilian „ofenmeister“ Ofenböck eine Erwähnung.

Ein neues Event erstrahlt am AT CS:GO Himmel. Die Gerüchte um ein 10k Turnier haben der Wahrheit entsprochen. Doch jetzt der Schock: 10k nur für den Gewinner und 0 Euro für die restlichen 15 Teams. Man muss sich bewerben, aber am Ende entscheidet der Turnierveranstalter wer kommen darf und wer nicht. BO1 und Single Elemination – wirkt auf den ersten Blick normal. Doch wenn man bedenkt, dass Teams, die eine weite Anreise bzw. Hotelkosten zu tragen haben, direkt nach einem Game nach einer Stunde wieder nach Hause fahren dürfen, hat das Ganze einen negativen Beigeschmack. Dazu kommt Random Map Pick ohne Bans. Für mich ein sehr interessantes Konzept, doch ob die 10k ausreichend Süße bieten, um den negativen Geschmack aus dem Mund zu bekommen, wird sich zeigen.

Maximilian „ofenmeister“ Ofenböck

Was sagen die Etablierten?

Natürlich haben wir uns auch bei den zwei prestigträchtigsten Organisationen, die in der Alpenrepublik beheimatet, sind erkundigt. Josef „cKy“ Pfemeter von plan-B äußert sich gewohnt kritisch, 20 Jahre E-Sport Erfahrung sind halt nicht leicht zu überzeugen.

Ansich ist es sehr zu begrüßen, ein Turnierformat mit einer doch sehr hohen Geldsumme in Österreich zu etablieren, nur das Format des Turniers ist in meinen Augen unpassend. Selbst Teams aus Österreich müssen sich überlegen, ob es überhaupt Sinn macht, zwei Stunden oder auch länger nach Wien zu fahren, um eventuell nur eine Map zu spielen. Schlussendlich ist dies auch mit immensen Kosten verbunden, denn jedes Team muss rechnen weiter zu kommen und sich ein Hotelzimmer buchen. Bei einem „winner takes it all“ Format kommt auch noch hinzu, sollte ein Team angenommen werden, wo viele der Meinung sind “die radln eh drüber” wird doch keiner die Kosten und Mühen der Anreise auf sich nehmen, um eventuell nach 30 Minuten wieder nach hause fahren zu können, oder auf sämtlichen Kosten sitzen zu bleiben, weil Platz 2 und 3 bekommt ja auch nichts. Noch unattraktiver macht es dann zusätzlich, das Teams die ausscheiden, keine Möglichkeit haben zumindest die Zeit zu nutzen um die Spiele vor Ort zu verfolgen. Denn zusehen ist ja auch nicht erlaubt weil es keine Location mit Zuseher Plätzen ist. Best of 1 Single Elimination mit Random Maps und winner takes it all ist für ein Fun Turnier eventuell ganz witzig aber doch nicht wenn es um solche Summen geht. Wir werden uns auf jeden fall stark überlegen müssen, ob wir uns für “The Clash” bewerben oder nicht.

Josef „cKy“ Pfemeter

Aber auch der andere E-Sport Dinosaurier Mario „Goastl“ Garstenauer, in Diensten von TKA, stört sich vor allem an grundsätzlichen Dingen.

Das Format und das Preisgeld sind sicherlich für unser CS:GO-Team interessant, was mich jedoch stört ist Best-Of-One-Format. Man läuft hierbei Gefahr, dass das beste Team am Ende des Tages gar nicht gewinnt. Auch das Winner takes it all Prinzip finde ich schade. Natürlich ist es sehr erfreulich, wenn Firmen in Österreich im E-Sport sehr aktiv sind, aber meiner Meinung nach ist das Geld einfach nicht gut verteilt, vor allem bei so einem Format.

Mario „Goastl“ Garstenauer

Ambivalent

Willla, der Sponsor des Events, zeigt bereits seit dem ESF#18, dass man die irrationale Angst vor FPS Spielen nicht nachvolziehen kann. Das Preisgeld selbst wird jedoch von CWL-Computer GmbH ausbezahlt. Doch wie so oft, scheint es an der Ausführung die einen oder andern Mängel zu geben. Merzt man diese jedoch aus, könnte „The Clutch“ ein schönes Produkt auf der österreichischen E-Sport Landschaft werden.

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